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WALLE | Platz vor Kulturhaus Walle/Brodelpott
Mi, 07.09.2016 | 16:00 Uhr

Ein sonniger Spätsommertag, auch vor dem Kulturhaus Brodelpott in Walle: Dine Diallo (20) las auf Fula eine Fabel aus seinem Heimatland Guinea. Hauptfigur: ein kluger, aber auch ein bisschen fauler Hase ... Die Bremer Sozialsenatorin Anja Stahmann übernahm die deutsche Fassung, denn sie lebt gleich hier ums Eck. Ko-Organisatorin Eva Koprek von der Bibliothek des Brodelpotts hatte die Fula-Version der Geschichte von einem guineischen Universitäts-Professor aus Frankfurt besorgt. Da viele afrikanische Märchen nur mündlich weiter erzählt werden, war es nicht leicht, eine niedergeschriebene Geschichte aus Dines Heimat plus deren deutsche Übersetzung aufzutreiben. Doch Eva blieb hartnäckig dran: „Der Junge muss eine Geschichte in seiner Sprache bekommen!“ Als kleines Dankeschön erhielten alle Vorleser*innen „Das kleine Blau und das kleine Gelb“ von Leo Lionni. Die Lieblingsgeschichte von Projekt-Initiatorin Annette Wagner bringt den Sinn des Reisenden Vorlese-Sofas auf den Punkt: Wenn Kleckse verschiedener Farben aufeinander treffen, gemeinsam durch die Welt streifen, entstehen neue Farben – und eine farbenfrohe, vielfältige Welt.
Senatorin Stahmann tauschte sich mit minderjährigen Flüchtlingen und deren Betreuern aus dem Publikum aus. Syrische und senegalesische Mädchen aus der Vorbereitungsklasse der angrenzenden Grundschule wünschten sich derweil: „Noch ein Buch! Und vielleicht ein Eis?“ Nach drei Stunden rollte das Vorlese-Sofa weiter in Richtung Westen – und hinterließ zwei kleinen Mädchen mit großen Eistüten ein Versprechen: „Im nächsten Jahr gibt es eine Geschichte in eurer Sprache und aus eurem Land!“

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