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FINDORFF | Arena des Kulturzentrum Schlachthof
Sa, 10.09.2016 | 16 Uhr

Zwischen Findorff und Messe-Areal im kleinen Amphitheater beim Kulturzentrums Schlachthof war die 13. Station des Vorlesesofas. Zu Gast war Elombo Bolayela, der 1991 aus der Demokratischen Republik Kongo nach Bremen geflüchtet ist und sich als SPD-Bürgerschaftsabgeordneter vor allem für interkulturelle Themen einsetzt. Bolayela brachte zwei sehr unterschiedliche Geschichten mit: In seiner Muttersprache Lingala las er eine Geschichte aus seiner Kindheit. In der einstigen Kolonialsprache und heutigen Verkehrssprache Französisch war der rhythmisierte Bericht eines jungen kongolesischen Flüchtlings verfasst, der seine Fluchtroute beschreibt und erzählt, wie schwierig es ist, in Deutschland akzeptiert zu werden: „Kabongo aus dem Kongo“. Ein interessanter, nachdenklich stimmender Nachmittag. Beim gemeinsamen Spaziergang über die Weltkarte wurden unter anderem zwei Dinge klar: Dass ein mutiger Kirchenmann wie Elombo Boyalelas Vater im Kongo 1989 sein Leben verlieren konnte, weil er kritische Worte gegen Diktator Mobutu in seiner Weihnachtspredigt sprach. Und dass es sich bis heute auf Machtstrukturen und Lebensbedingungen in manchen Ländern auswirkt, aus denen Menschen nach Deutschland fliehen, dass europäische Kolonialherren einst die Welt unter sich verteilt haben.

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