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ÖSTLICHE VORSTADT | Bürgerzentrum Weser-Terrassen
Di, 06.09.2016 | 19 Uhr

Ein zauberhafter Leseabend am Ufer der Weser mit Mageda Abou-Khalil. Sie kam 1987 als 18-Jährige, frisch verheiratet, aus dem Libanon nach Bremen, weil ihr Mann hier sein Medizinstudium fortsetzen wollte. Anfangs dachte sie: „Ich werde dieses fremde Land und diese kalte Stadt niemals aushalten!“ 30 Jahre später ist sie in Bremen heimisch geworden, lebt mit ihrer Familie in der Östlichen Vorstadt, nicht weit entfernt von dem Ort, wo das Vorlesesofa sie erwartete. Für den ASB leitet sie drei Flüchtlingsunterkünfte und wurde 2014 für ihr großes Engagement für Geflüchtete als „Bremerin des Jahres“ ausgezeichnet. Sie las „Zuhause kann überall sein“ von Freya Blackwood und Irena Kobald vor, um zu ermutigen, dass man auch fern der Heimat Wurzeln schlagen und Freunde finden kann. Ein Mädchen namens Wildfang verliert darin seine Sprache und sein Lachen, weil es vor dem Kriege zuhause in ein anderes Land fliehen musste. Wäre nicht dieses nette deutsche Mädchen im Park aufgetaucht, hätte es sich wohl für immer zuhause unter seiner „kuschligen Decke aus alten Worten und Geräuschen“ versteckt... Angelockt von der vertrauten arabischen Sprache, setzten sich syrische und kurdische Familien dazu und lauschten. Deutsche Spaziergänger, Radfahrer, kinderwagenschiebende Pärchen hielten inne. Kinder durchblätterten neugierig die mitreisende zweisprachige Bücherkiste während ihre Eltern am Rand der Weltkarte diskutierten, wer eigentlich darüber entschieden habe, dass Norden oben und Süden unten sei? Eine kleine interkulturelle Gemeinschaft auf Zeit brachte dieser arabisch-deutsche Vorleseabend in der Abendsonne vor dem Bürgerzentrum Weserterrassen zusammen, Wiedersehen im Viertel nicht ausgeschlossen. Am Weserufer möchte das Vorlese-Sofa 2017 gerne wieder Halt machen!

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